Nach der Weltmeisterschaft ging es für den Krefelder Frank Suchanek (SKBUe) ohne Pause weiter zum Gardasee zur Europameisterschaft der D-One Klasse nach Desenzano. Vorher wurde aber noch ein intensives Training in Malcesine am Gardasee eingeschoben. Es wurde weiter die Starkwind-Performance trainiert. Vor allen Dingen auf den Raumschotskursen mit Gennaker musste Suchanek sich noch steigern. Dazu konnte morgens bei Nordwind und nachmittags bei Südwind am Gardasee trainiert werden. „Das war ein tolles Training, was mich wirklich weitergebracht hat“, kommentiert Suchanek.
Nach dem Training in Malcesine ging es in den Süden des Gardasees nach Desenzano. Auch da gab es noch 3 Trainingstage, um das Revier und die Windverhältnisse vor Ort kennenzulernen. Da meist morgens guter Wind war, stand Suchanek um 06:00 Uhr auf und war um 07:00 Uhr zum Training auf dem Wasser. Der Wind hielt meist bis ca. 11:30 Uhr, um dann erst mal Pause zu machen und erst am Abend wiederaufzufrischen. „Das war ein gutes Training, um das EM-Revier kennenzulernen“, so Suchanek
Bei der Europameisterschaft der schnellen D-One Skiff Klasse waren 12 Wettfahrten an 4 Regattatagen angesetzt. Ein strammes Programm. Da die Wettervorhersage wechselnde Windverhältnisse und bei einer Hitze von angesagten 34 °C auch Gewitter mit Starkwind vorhersagte. Am ersten Wettfahrttag startete der erfahrene Wettfahrtleiter vom ausrichtenden Fraglia Vela Desenzano die erste Wettfahrt bei strahlendem Sonnenschein und 4 bft. aus Süd. Es entfachte sich ein spannendes Rennen zwischen dem Vizeweltmeister Suchanek und dem WM Dritten Marek Bachtik, das der Tscheche auf dem letzten Raumgang für sich entschied. Auch die zweite Wettfahrt des Tages war ein Duell zwischen den beiden Spitzenseglern. Auch hier trumpfte der Tscheche aus Prag auf und sicherte sich auch den Sieg in der zweiten Wettfahrt des Tages. Bei der dritten Wettfahrt des Tages flaute der Wind auf ca. 3 bft. ab. Jetzt konnte Frank Suchanek aus Krefeld seine Klasse bei dem Wind zeigen und segelte unangefochten zum Tagessieg. Auch der WM Dritte aus 2024, der Italiener Enrico Ciferri, zeigte, dass er mit diesen Verhältnissen sehr gut zurechtkam und sicherte sich den zweiten Platz in dieser Wettfahrt. Marek Bachtik wurde vierter. Somit führte der Krefelder, Frank Suchanek, diese Europameisterschaft nach gesegelten 3 Wettfahrten an. Der nächste Tag gestaltete sich wettertechnisch ähnlich. Allerdings setzte sich ein Nordwind mit 3-4 bft. durch, der erst später begann. „Es ärgerte mich, dass die Konkurrenz bei Wind größer 4 bft. raumschots unter Gennaker schneller war als ich. Deshalb habe ich den Masttrimm angepasst“, so Suchanek. Das half Suchanek, seine Raumschotsgeschwindigkeit unter Gennaker zu steigern und er gewann die beiden Wettfahrten des zweiten Renntages. Damit konnte er sich von den Verfolgern etwas absetzen. Am dritten Wettfahrttag zeigten sich Schaumkronen auf dem Wasser und eine Starkwindfront mit 7-8 bft. zog über den Gardasee. Das war zu viel für die schnellen Skiff-Jollen, die mit verhältnismäßig großen Segeln ausgestattet sind. Die D-One Skiff-Klasse hat ein Großsegel von 11,5 m² und einen Gennaker von 13,5 m² bei einem segelfertigen Bootsgewicht von 75 kg. Die D-One ist 4,23 m lang und 1,41 m breit und wird von einer Person gesegelt. Verstellbare Ausreitflügel, die je nach Gewichtsklasse auf eine Breite von 2,30 bzw. 2,20 m eingestellt werden, sollen die Chancengleichheit der Segelsportler verbessern. Segler, schwerer als 86 kg, müssen die „Wings“ weiter innen fahren. Der Wettfahrtleiter wartete die Starkwindphase ab. Als der Wind auf 6 bft. „abgeflaut“ war startete er die erste Wettfahrt an diesem Starkwindtag. „Ein Höllenritt bei den, durch den Sturm am Vormittag, noch sehr hohen Wellen“, so Suchanek, „nur nicht kentern war die Devise“. Das sind nicht die Bedingungen, bei denen der leichtgewichtige Vorsitzende des Segelsportklub Uerdingen seine Stärken entwickelt. „Ich bin in dieser Starkwindwettfahrt zu defensiv gesegelt und habe zu wenig riskiert“. „Da wäre mehr drin gewesen“, führt Suchanek aus. Er schloss die Wettfahrt allerdings noch mit einem guten 4. Platz ab. Der Wind wurde weniger und blies bei immer noch hoher Welle mit ca. 4-5 bft., als die zweite Wettfahrt an diesem Tag gestartet wurde. Diese Wettfahrt konnte der Krefelder durch einen taktisch klugen Gennaker-Kurs als Zweiter abschließen. Noch stand ein Wettfahrttag mit drei möglichen Wettfahrten aus. Der vierte Wettfahrttag begann mit Flaute und einer Startverschiebung. Dann machte sich ein segelbarer Wind um die 2-3 bft. aus Nord auf. Genau die richtigen Bedingungen für den Krefelder. Bei den Bedingungen hat er schon bei der Weltmeisterschaft gezeigt, dass er die beherrscht. Erwartungsgemäß segelte er unangefochten auf den 1. Platz mit sicherem Vorsprung vor den Verfolgern. Weil der Wind weiter abnahm, konnte keine weitere Wettfahrt an diesem Tag gestartet werden. Damit stand das Ergebnis nach 8 Wettfahrten bei Streichung der schlechtesten Wettfahrt dieser Europameisterschaft der D-One-Klasse fest. Europameister wurde der Krefelder Frank Suchanek mit den Plätzen (2,2,1,1,1,4,2,1), vor dem Tschechen Marek Bachtik (1,1,4,3,5,1,1,4) aus Prag und dem Italiener Enrico Cifferi (3,4,2,4,7,6,5,2). Fazit: Das war eine klasse Meisterschaft mit besonders guten Segelbedingungen in Desenzano am Gardasee.
