Segelklub Bayer Uerdingen e.V.

Annika Kemper nimmt mit der Tøsen an der IDM Seesegeln teil

Samstag, 16. Okt 2021, 16:26 Uhr

Seit Mai segelte Annika Kemper vom SKBUe fast jede Woche auf der Tøsen (MaxFun 35) von Carl Rasmus Richardsen bei der Mittwochabendregatta im Flensburger Segel Club mit. Insgesamt belegten das Team souverän den 1. Platz in ihrer Gruppe. Diese Regattaserie war für Annika als Neueinsteigerin im ORC Segeln optimal zur Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt: Die internationale deutsche Meisterschaft im Seesegeln in Olpenitz Ende September. Anders als beim Jollen- oder Skiffsegeln kann die Tøsen nicht einfach mit einem Anhänger zur Regatta gebracht werden, sondern wird segelnd überführt. Für die Überführung gab es optimale Windbedingungen.  Mit einer maximalen Bootsspeed von 14 Knoten unter Gennaker glitschte die Tøsen von Flensburg nach Olpenitz. Leider war ein Großteil der Stammcrew verhindert, sodass grade Mal die Hälfte des Teams zuvor zusammen gesegelt war. Annika Kemper segelt die Position Pit, was bedeutet, dass sie beim Segel setzten und bergen hilft, z.B. indem sie die Fallen abzieht, einige Strecker einstellt  und natürlich auch als Kantengewicht dient.

Für den ersten Tag der Regatta war eine Mittelstrecke mit etwa 34 Seemeilen geplant. Der leichte Wind spielte ihnen in die Karten und sie setzten sich zusammen mit der Intermezzo, die jedoch in einer anderen Gruppe segelt, vom Feld ab. Der Wind ließ allerdings immer mehr nach, sodass nach mehreren Stunden das Rennen abgebrochen wurde. Am nächsten Tag war die Windvorhersage wesentlich vielversprechender, sodass der Wettfahrtleiter ein umfangreiches Segelprogramm ankündigte, aber versprach, dass wir vor Sonnenuntergang an Land sein werden.

Zuerst wurden drei Up&Down Rennen gesegelt. Im ersten Lauf segelten sie  "nur" zwei Runden, sodass sie nach ca. 1 Stunde das Ziel durchquerten. Die anderen beiden dauerten 1 1/2 bzw. 1 3/4 Stunden, was für Annika ungewohnt lange ist, da sie noch vom 29er Segeln eher Wettfahrten bis 30 Minuten Länge gewohnt war. Gegen 17Uhr waren die Up&Downs fertig und der Wettfahrtleiter entschied sich dazu noch die abgebrochene Mittelstrecke, allerdings in einer verkürzten Version (ca. 14sm), nachzuholen. Es ging einmal um's Sperrgebiet vor Olpenitz herum mit der taktischen Entscheidung, ob man im oder gegen den Uhrzeigersinn herumsegelt. Im Gegensatz zum Vortag blies der Wind dieses Mal mit 15 Knoten. Der Wettfahrtleiter hielt zwar nicht sein Versprechen, dass man vor Sonnenuntergang an Land sei, aber er bot uns dafür einen tollen und spannenden Zieleinlauf im Hafen von Olpenitz, was bedeutete, dass wir im Hafenbecken noch dreimal halsen mussten. Bis zum Schluss blieb es spannend, ob wir die IMMAC FRAM noch einholen. Am Ende segelten die Tøsen als 2. Schiff aus ihrer Gruppe ORC 3+4 ein paar Sekunden hinter der IMMMAC FRAM über die Ziellinie.

An den beiden weiteren Tagen wurden noch 4 weitere Up& Downs bei optimalen Segelbedingungen gesegelt. Im Laufe der Regatta spielten sich alle an Bord  immer besser als Team ein und der Speed war ebenfalls gut, sodass sie bei allen Rennen in den Top 3 ins Ziel fuhren.

Allerdings zählt beim ORC Segeln nicht als wievieltes Boot man über die Linie fährt. Stattdessen bekommt jedes Boot einen Handicap Wert zugeteilt, der aufgrund der Vermessung berechnet wird. Dieser wird dann mit der Zeit, die man für das Rennen gebraucht hat, verrechnet, sodass theoretisch unterschiedliche Boote vergleichbar werden. In der Praxis gibt es allerdings Boote, die besser oder schlechter in die Vermessungsformel passen. Deshalb ist es in der Realität vor allem bei Up&Down Rennen so, dass die besten Segler nicht unbedingt die besten Plätze belegen. Hinzukam, dass dasr Crewgewicht deutlich unter dem Optimalgewicht lag. Aber Annika würde sagen, dass das Endergebnis (9. Platz von 11 in unserer Gruppe) in diesem Fall nicht wirklich aussagekräftig ist. Viel mehr zählt, dass sie an sich gut gesegelt sind und sich als Team weiterentwickelt haben.

Dennoch sind die Sieger natürlich keine schlechten Segler! Das Team IMMAC FRAM dominierte die Regatta mit 9 Siegen in 9 Rennen und hat den deutschen Meistertitel somit absolut verdient. Herzlichen Glückwunsch!

Annikas persönliches Highlight des Tages hatte allerdings nicht mit der Deutschen Meisterschaft zu tun, sondern mit einer E-Mail, die sie auf dem Weg nach Hause in meinem Posteingang fand:  Die Zusage für das Magenta Mentoring Program 2021/2022. Das Magenta Project ist eine Initiative, um Frauen im Segelsport zu fördern. Konkret bedeutet das für Annika, dass Helena Lucas (britische Gold- und Bronzemedaillengewinnerin bei den Paralympics) für die nächsten Monate ihre persönliche Mentorin ist und Annika zudem die Möglichkeit bekommt, an einigen sehr interessanten Workshops/Webinaren (z.B. von Peter Burling zum Thema „The Ocean Race“) teilzunehmen. Annika ist gespannt, was sich daraus entwickelt und wird der SKBUE sicherlich auf dem Laufenden halten.

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